30. Januar 1933 – Ursachen. Folgen. Lehren

27. Januar 2016 at 12:38
Mitteilungen der Kommunistischen Plattform

30. Januar 1933 – Ursachen. Folgen. Lehren

Prof. Dr. sc. Heinz Karl, Berlin

Vor 80 Jahren nahm die größte Katastrophe der deutschen Geschichte, ihre finsterste und schmachvollste Periode ihren Anfang. Am 30. Januar 1933 ernannte der im April 1932 von einer ganz großen Koalition (von bürgerlichen Konservativen bis zur SPD) wieder zum Reichspräsidenten gewählte Generalfeldmarschall v. Hindenburg den „Führer“ der faschistischen Nazipartei, Adolf Hitler, zum Reichskanzler. In seinem Kabinett saßen nur drei Nazis (Hitler, Frick als Innenminister und Göring als Minister ohne Geschäftsbereich und Reichskommissar für Luftfahrt) neben acht preußischen und bayrischen Konservativen: v. Papen (Vizekanzler), Freiherr v. Neurath (Außenminister), Generalleutnant v. Blomberg (Reichswehr), Graf Schwerin v. Krosigk (Finanzen), der Medienzar und frühere Krupp-Direktor Geheimrat Hugenberg (Wirtschaft und Landwirtschaft), Freiherr v. Eltz-Rübenach (Post und Verkehr), der Schnapsfabrikant und „Stahlhelm“-Führer Seldte (Arbeit) und Gürtner (Justiz). Da dieses Kabinett nicht wagte, vor den Reichstag zu treten, der es mit großer Mehrheit (etwa 58%) abgelehnt hätte, ersuchte es schon in seiner ersten Sitzung Hindenburg um die Auflösung des Reichstags, die dieser auch am 1. Februar verfügte.

Diese Regierung kam weder durch eine Wahlentscheidung, noch durch eine parlamentarische Abstimmung und schon gar nicht im Ergebnis einer Massenbewegung zustande, sondern durch Lobbyismus und politische Intrigen. [1] (mehr …)