Helios: Hygienerichtlinien nicht eingehalten – Personal offenbar überlastet – möglicherweise erhöhte Ansteckungsgefahr

21. März 2015 at 12:08

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19.03.2015 – 18:18 Medien

DIE LINKE KV Wesermarsch - Kreisvorstand 02-04-2013 - Berne 064_resizedHannover (ots) – Die Hygienestandards in niedersächsischen HELIOS-Kliniken entsprechen offenbar nicht durchgehend den empfohlenen Standards. In den privaten HELIOS-Kliniken werden Patienten, die einen multiresistenten MRSA-Keim in sich tragen, nicht grundsätzlich von anderen Patienten isoliert. Das geht aus Dokumenten niedersächsischer Helios-Krankenhäuser hervor, die dem NDR Fernsehmagazin „Hallo Niedersachsen“ vorliegen. Die Vorgehensweise widerspricht Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert-Koch-Institut (KRINKO). Sie empfiehlt die grundsätzliche Isolation aller Patienten, die mit MRSA besiedelt sind. Die Empfehlungen der KRINKO gelten für viele Fachleute als bindend.

Karin Schwegmann, Hygienefachärztin für insgesamt 8 der 14 niedersächsischen Helios-Kliniken, bestätigte im Interview, dass HELIOS die Empfehlungen nicht vollständig umsetzt: „Wenn ein Patient nur eine nasale Kolonisation aufweist, das heißt, er ist nur in der Nase mit MRSA besiedelt, dann muss der Patient nicht zwingend isoliert werden.“ Gleiches gelte für Patienten, die in einer Wunde mit MRSA besiedelt sind, die leicht zu verbinden ist.

Der Anwalt Burkhard Kirchhoff, der auch Patienten aus Niedersachsen vertritt, kritisiert die Verfahrensweise bei HELIOS. Die Vorgaben der KRINKO „sind keine Empfehlungen, die beliebig sind für Kliniken“, sagt Kirchhoff. „Die Empfehlungen haben in Deutschland den Rang eines Gesetzes.“ Der wissenschaftliche Standard (mehr …)