Libyen – ein Staat am Abgrund – Die Ernüchterung nach der »Revolution« und die katastrophalen Folgen des bestehenden Machtvakuums

7. September 2015 at 13:29
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Libyen – ein Staat am Abgrund

Die Ernüchterung nach der »Revolution« und die katastrophalen Folgen des bestehenden Machtvakuums

Von Mirco Keilberth, Tripolis
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In Libyen werden die Städte von rivalisierenden Milizen kontrolliert, während zwei Parlamente und Regierungen die Macht für sich beanspruchen. Unter UNO-Ägide finden Friedensverhandlungen statt.
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Foto: Mirco Keilberth
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Ein dumpfer Knall. Die Gespräche im Straßencafé gegenüber des Mehari-Hotels verstummen. Die Männer vor Wasserpfeifen und Kaffeetassen schauen sich an und horchen. War dies eine Autobombe, eine Hochzeit oder der Auftakt zu einem Gefecht zwischen Milizen?

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Jibril Raid, der Fabrikant
Foto: Mirco Keilberth
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Explosionen oder Schüsse sind auch an einem Nachmittag in der libyschen Hauptstadt Tripolis nichts Ungewöhnliches. Meist sind es jedoch Hochzeitsgesellschaften, die Chinaböller oder Silvesterraketen über die Köpfe der Tripolitaner fliegen lassen. Beerdigungen ausgenommen, treffen sich die libyschen Großfamilien sonst nur noch bei Trauungen.

Während ein Mann im Anzug die Zigaretten vom Boden aufsammelt, die ihm vor Schreck aus der Hand gefallen sind, heulen im zwei Kilometer entfernten Bezirk Daha die Alarmanlagen mehrerer Autos. »Eine Autobombe. Vor dem Hauptquartier von Mellitha«, bestätigt Mohamed mit Handy am Ohr die ersten Vermutungen an den Nachbartischen.

Das war bereits der zehnte Anschlag auf ausländische Diplomaten oder Firmen in diesem Jahr. In den (mehr …)

Hiroshima am 06. August 1945 um 8.15 Uhr

12. August 2015 at 22:36

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08.15 Uhr – 6. August 1945 hat eine US-Atombombe Hiroshima in ein Inferno verwandelt. Rund 140.000 Menschen starben sofort oder in den folgenden Monaten.
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„Die erste Atombombe hat mehr zerstört als die Stadt ‪#‎Hiroshima‬.
Sie zertrümmerte auch unsere ererbten, veralteten politischen Gedanken.
Es muss eine Weltregierung geschaffen werden, welche die Konflikte zwischen Konflikte durch richterliche Entscheidung zu lösen imstande ist.
Diese Entscheidungen müssen auf eine klare Verfassung gegründet werden, welche von den Regierungen und Völker gebilligt ist, und welche allein über die Angriffswaffen zu verfügen hat.“

Albert Einstein

Link zum Film

Quelle:  Hiroshima am 06. August 1945 um 8.15 Uhr

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Informationen zu Hiroshima - Kreiszeitung Wesermarsch den 14. August 2015Copyright aus Neues Deutschland vom 15. August 2015
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Premier Abe: Japan hat sich entschuldigt

Tokio. Japan hat sich nach den Worten des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe mehrfach für seine kriegerische Vergangenheit entschuldigt. »Japan hat wiederholt Gefühle der tiefen Reue und eine von Herzen kommende Entschuldigung für seine Taten während des Krieges zum Ausdruck gebracht«, sagte Abe in einer Erklärung zum 70. Jahrestages des Kriegsendes. Diese Position früherer Kabinette »wird unerschütterlich in die Zukunft hinein bleiben«. Seine Worte waren weltweit, insbesondere in Japans früheren Opferstaaten China und Südkorea, mit Spannung erwartet worden. Kritiker warnten im Vorfeld, eine Verwässerung früherer Entschuldigungen für Japans Aggressionen und Kolonialherrschaft würden die Spannungen mit den Nachbarn verschärfen. dpa/nd

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Deutschland ist bei der Ungleichheit fast Spitze

21. Mai 2015 at 21:47

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Deutschland ist bei der Ungleichheit fast Spitze

OECD warnt vor wirtschaftlichen Folgen der Einkommens- und Vermögenskonzentrationen

Von Simon Poelchau
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Teuren Schampus? Gibt es nur für...

Teuren Schampus? Gibt es nur für die oberen zehn Prozent zum Frühstück.
Foto: dpa/Britta Pedersen
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In Deutschland besitzen die reichsten zehn Prozent nahezu 60 Prozent des gesamten Nettohaushaltsvermögens. Damit kommt Deutschland zusammen mit den Niederlanden auf Platz drei im Ranking der Industrieländer mit der größten Kluft zwischen Arm und Reich. Nur in den USA und Österreich ist die Vermögenskonzentration noch größer. Dies geht aus dem dritten Sozialbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

images_Reichtum_04«Wir haben einen Wendepunkt erreicht. Noch nie in der Geschichte der OECD war die Ungleichheit in unseren Ländern so hoch wie heute”, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría, der den Bericht in Paris gemeinsam mit der EU-Kommissarin für Arbeit und Soziales, Marianne Thyssen, vorstellte. Die Folge: Zwischen 1990 und 2010 büßten die Industriestaaten rund 4,7 Prozent an Wirtschaftswachstum ein. Ungleiche Gesellschaften nützen nämlich ihre Potentiale weniger als gleichere. So fällt es etwa Menschen aus bildungsfernen Haushalten bei wachsender Ungleichheit zunehmend schwerer, eine gute Ausbildung zu bekommen.

Der Bericht ist alarmierend. Denn die OECD ist nicht gerade dafür bekannt, ein (mehr …)