Deutschland ist bei der Ungleichheit fast Spitze

21. Mai 2015 at 21:47

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Copyright aus neues-deutschland.de / 22. Mai 2015 / Wirtschaft/Soziales / Seite 17

Deutschland ist bei der Ungleichheit fast Spitze

OECD warnt vor wirtschaftlichen Folgen der Einkommens- und Vermögenskonzentrationen

Von Simon Poelchau
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Teuren Schampus? Gibt es nur für...

Teuren Schampus? Gibt es nur für die oberen zehn Prozent zum Frühstück.
Foto: dpa/Britta Pedersen
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In Deutschland besitzen die reichsten zehn Prozent nahezu 60 Prozent des gesamten Nettohaushaltsvermögens. Damit kommt Deutschland zusammen mit den Niederlanden auf Platz drei im Ranking der Industrieländer mit der größten Kluft zwischen Arm und Reich. Nur in den USA und Österreich ist die Vermögenskonzentration noch größer. Dies geht aus dem dritten Sozialbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

images_Reichtum_04«Wir haben einen Wendepunkt erreicht. Noch nie in der Geschichte der OECD war die Ungleichheit in unseren Ländern so hoch wie heute”, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría, der den Bericht in Paris gemeinsam mit der EU-Kommissarin für Arbeit und Soziales, Marianne Thyssen, vorstellte. Die Folge: Zwischen 1990 und 2010 büßten die Industriestaaten rund 4,7 Prozent an Wirtschaftswachstum ein. Ungleiche Gesellschaften nützen nämlich ihre Potentiale weniger als gleichere. So fällt es etwa Menschen aus bildungsfernen Haushalten bei wachsender Ungleichheit zunehmend schwerer, eine gute Ausbildung zu bekommen.

Der Bericht ist alarmierend. Denn die OECD ist nicht gerade dafür bekannt, ein (mehr …)