KÄMPFE UM ZEIT: Bausteine für eine neue (arbeits-)zeitpolitische Offensive

28. Februar 2015 at 00:22

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310731_403461363094629_1362213556_Thomas_Bartsch_Peine_nSeit jeher ist die Begrenzung der Arbeitszeit ein wesentliches Anliegen der Arbeiterbewegung, sowohl der gewerkschaftlichen wie der politischen. Es muss in dieser Hinsicht an die  1866 vom Genfer Kongreß beschlossenen Aussagen erinnert werden, der die endgültigen Statuten der 1. Internationale festlegte: „Wir erklären, dass die Begrenzung der Arbeitszeit die Vorbedingung ist, ohne die alle Anstrengungen im Hinblick auf die Emanzipation scheitern müssen… Wir schlagen acht Stunden als gesetzliche Begrenzung des Arbeitstages vor.“  Erinnert werden muss auch daran, dass der 1. Mai als Fest der Arbeit und bevorzugter Augenblick der allgemeinen kollektiven Mobilisierung seit 1890 eine Demonstration für den Achtstundentag gedenkt, die 1886 in Chicago stattfand und brutall unterdrückt worden ist.

Jenseits der jeweiligen Festlegung als besonderes Ziel – Achtstundentag gestern, 35-Stundenwoche heute – ist die „Begrenzung der Arbeitszeit“ also „eine Vorbedingung“ für die Emanzipation der arbeitenden Menschen. Sie ist nicht der zufällige Ausdruck eines geschichtlichen Moments, der nun überholt wäre, sondern sehr wohl der sich ständig verändernde, ständig neu zu definierende Horizont der Begrenzung der Macht des Kapitals und der Behauptung jener der arbeitenden Menschen. Indem die okjektive Basis begrenzt wird, aus der das Kapital Ertrag schöpfen kann, reduziert sie so das Maß seiner Verwertung gegenüber dem zwar vorhandenen, aber immer zerbrechlichen (mehr …)