Pazifismus à la Linkspartei – Diskussion über inhaltliche Ausrichtung

6. April 2015 at 08:04

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SG1L4026Copyright aus Tagesschau – Stand: 04. April 2015 15:49 Uhr

Bei den Ostermärschen demonstrieren dieses Jahr wieder viele Menschen gegen Krieg und Militäreinsätze. Auch für die Linkspartei ist Pazifismus ein wichtiger Teil des Programms. Doch bei der politischen Umsetzung gehen die Meinungen auseinander.

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Von Katja Strippel, BR, ARD-Hauptstadtstudio Berlin

„DIE LINKE. kämpft für Frieden und Abrüstung, gegen Imperialismus und Krieg“, heißt es wörtlich im Wahlprogramm der Linkspartei. Die Partei werde niemals einer deutschen Beteiligung an einem Krieg zustimmen. Aber was ist, wenn die Kurden für ihren Kampf gegen den „Islamischen Staat“ deutsche Waffen brauchen? Dann kommt Fraktionschef Gregor Gysi ins Schleudern, so wie im ARD-Sommerinterview: „Wenn jetzt eine Katastrophe da ist wie jetzt, kann ich nur sagen, wahrscheinlich müssen die sich jetzt wehren, da kann man auch helfen. Und wir müssen überhaupt lernen, immer rechtzeitig die demokratischen Kräfte zu unterstützen. Auch Befreiungsbewegungen.“

Bröckelt die pazifistische Haltung der Linkspartei ?

IMG_9867Die Parteichefs Bernd Riexinger und Katja Kipping sahen das nicht so – Gysi wurde zurückgepfiffen. Der Politikwissenschaftler Gero Neugebauer beobachtet schon länger, dass einige Linke das mit dem Pazifismus nicht mehr so streng sehen. „Seitdem die Verhältnisse etwas komplizierter geworden sind, da bröckelt das. Weil man sieht, man kann nicht mehr so eine schlichte Schwarz/Weiß-, Ja/Nein-Haltung aufrechterhalten.“

Wolfgang Gehrcke (mehr …)