Die Macht reicht 
bis in die Köpfe hinein

6. Juni 2015 at 00:31
Copyright aus neues-deutschland.de / 06. Juni 2015 / Feuilleton / Seite 21

Die Macht reicht 
bis in die Köpfe hinein

Über die totale 
Ökonomisierung 
der Welt

.
Von Heinrich Bergstresser

Krise ist das Wort der Stunde, ein deutliches Indiz, dass die Welt aus den Fugen zu geraten scheint. Und der Staat, schon immer eng mit Großkonzernen und Finanzkapital verbandelt, hat als natürlicher Krisenmanager einen Großteil seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung an Wirtschafts- und Finanzkonzerne delegiert und beschränkt sich zunehmend darauf, prekäre Lebensverhältnisse zu verwalten.

Der Schein trügt nicht. Denn was das Reizwort Krise beschreibt, ist nichts anderes als die Endphase eines historisch einmaligen, von Gewalt, Leid, Fortschritten, Expansion, Kontraktion und Umwälzungen begleiteten Prozesses, der die vielen nebeneinander existierenden Wirtschaften zu einer Weltwirtschaft zusammenzuführen soll. Die Konsequenzen dieses Prozesses zeichnen sich dabei schon heute in Umrissen am Horizont ab: der schleichende Niedergang demokratisch legitimierter Systeme bis hin zum Totalverlust des Primats der Politik, wo nun autoritäres und maximalistisches militärisches Denken den politischen Diskurs und die Herrschaftsstrukturen bestimmen.

Dieser Prozess begann vor gut 500 Jahren in Europa. Dabei entfaltete er eine gewaltige politische und sozioökonomische Dynamik. Der extreme neoliberale Diskurs seit den 1970er Jahren, ausgehend von den USA, Internationalem Währungsfonds, Weltbank, dem Weltwirtschaftsforum in Davos und der Euroeinführung um die Jahrtausendwende unter (mehr …)

Wo Zukunft auf Gegenwart trifft – »Linke Woche der Zukunft«

27. April 2015 at 15:43

.

Copyright neues-deutschland.de / 27.04.2015 / Inland / Seite 2

Wo Zukunft auf Gegenwart trifft

»Linke Woche der Zukunft« in Berlin diskutierte Linken Woche der Zukunft

Von Robert D. Meyer
Gemeinwohl-Ökonomie, Grundeinkommen, Industrie 4.0, solidarische Wirtschaft: Auf der Zukunftswoche gab es viele Konzepte für das Morgen, aber gab es auch den Raum für linke Utopien?
.
Bild -1

Foto: nd/Robert D. Meyer
.

Gäbe es diesen einen passenden utopischen Roman, um den Charakter der »Linken Woche der Zukunft« zu beschreiben, Christian Gäbler hätte ihn gefunden. In der Pause zwischen einer Diskussion zur öffentlichen Daseinsfürsorge und einer Debatte zur solidarischen Ökonomie liest der 29-jährige Berliner am Samstag im Innenhof des Gebäudes Franz-Mehring-Platz 1 in einem Buch, dessen Titel und Einbandillustration es bereits wert wären, ein ausschweifend fantastisches Gespräch zu führen: »Weltgeist Superstar« lautet der Titel des 1980 vom schweizerischen Autor Hans Widmer unter dem Pseudonym P.M. verfassten Werkes, auf dessen Cover Karl Marx den Lesern aus einer knallig-bunten fliegenden Untertasse im Weltraum heraus entgegengrinst.

Die LINKE sucht das Übermorgen

»Alle Politiker müssen in der Zukunftsgesellschaft begreifen, dass das letzte Ziel von Politik ein mehr an Kultur sein muss«, wünscht sich Linksfraktionschef Gregor Gysi in einem Videostatement für das Übermorgen.

Komplett anzeigen

Das Buch handelt davon, wie der Gesellschaftstheoretiker gemeinsam mit einem Forscher von der Erde die Planeten des (mehr …)