Wer Armut wirksam bekämpfen will, muss soziale Ungleichheit beseitigen

21. Januar 2016 at 09:01

(Alters-) Armut und Gesundheit im reichen Deutschland

von Christoph Butterwege

Armut gibt es nicht nur in sogenannten Entwicklungsländern, sondern auch im reichen Deutschland. Professor Christoph Butterwegge  – Politikwissenschaftler und renommierter Armutsforscher, hat für die Pflegezeitschrift (Ausgabe: 2013, Jahrgang 66. Heft 12) einen Grundsatzartikel über die Armut in Deutschland verfasst und dabei einen besonderen Schwerpunkt auf den Aspekt der Gesundheit gelegt.

Konzept gegen Armut - Kreiszeitung Wesermarsch vom 06. Juni 2013Armut, in den meisten Regionen vor allem der “Dritten” und “Vierten Welt” schon immer traurige Alltagsnormalität, hält seit geraumer Zeit auch Einzug in Wohlfahrtsstaaten wie der Bundesrepublik, wo sie zumindestens als Massenerscheinung langeweitgehend unbekannt war. Obgleich die Armut hier noch immer viel geringere Ausmaße hat und überwiegend weniger dramatisch Formen annimmt, eher subtil in Erscheinung tritt und oft selbst von damit tagtäglich konfronterten Fachkräften nicht immer erkannt wird, wirkt sie kaum weniger bedrückend als dort.

Absolute und relative Armut

In der Fachwissenschaft wird zwischen absoluter, extremer oder existenzieller Armut einerseits und relativer Armut andererseits unterschieden. Von “absoluter Armut” spricht man, wenn Menschen die für ihr Überleben nötigen Dinge fehlen, also ausreichend Nahrung, Wasser, Kleidung, Obdach, Heizung und medizinischer Versorgung. Von “relatitiver Armut” spricht man, wenn der Lebensstandard unter die Lebensbedingungen von Menschen zu weit unter dem durchschnittlichen Lebensstandard in einem Land liegen. Während die Betroffenen bei absoluter

Attacken über Bande – Erst der Datenschutz, nun die Gemeinnützigkeit: Das Kampagnennetzwerk Campact muss sich Angriffen von TTIP-Verfechtern erwehren

6. Januar 2016 at 10:24
Copyright aus neues-deutschland.de / 06.01.2016 / Außer Parlamentarisches / Seite 18
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Attacken über Bande

Erst der Datenschutz, nun die Gemeinnützigkeit: Das Kampagnennetzwerk Campact muss sich Angriffen von TTIP-Verfechtern erwehren

Ines Wallrodt
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Statt mit politischen Argumenten versucht ein CDU-Politiker Kontrahenten wie Campact über die Gemeinnützigkeit anzugreifen. Damit das keine Schule macht, wollen Organisationen das Gesetz ändern.
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Bürger, die TTIP-Vorkämpfern gehörig auf die Nerven gehen
Foto: Campact/J. Huber
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Viel Feind, viel Ehr: Nach diesem Motto können sich die Kritiker des geplanten Freihandelsabkommens mit den USA zumindest sicher sein, dass sie ernst genommen werden. Seit Monaten bekommen sie den Gegenwind der TTIP-Verfechter zu spüren. Da wird die Großdemonstration im Oktober mit mehr als 200 000 Teilnehmern in die Nähe von Pegida gestellt, den Organisatoren Angstmache und Fehlinformation der Bürger vorgeworfen. Im Mittelpunkt der Attacken: die Kampagnenplattform Campact, die maßgeblichen Anteil am starken Widerstand gegen TTIP hat.

Besonders der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, scheint sich an der Organisation mit Sitz im niedersächsischen Verden fest gebissen zu haben. In der TTIP-Debatte im Bundestag wetterte er gegen Campact, Attac und Foodwatch. Sein Schlagwort von der »Empörungsindustrie« macht seither die Runde. In den »Stuttgarter Nachrichten« forderte Pfeiffer im Dezember, Campact die Gemeinnützigkeit zu entziehen: Wer Kampagnen zu tagespolitischen Themen starte, dürfe steuerlich nicht

Grußwort von Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) an die Bremer Mahnwache

5. August 2015 at 19:40

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Grußwort von Bürgermeister Carsten Sieling an die Bremer Mahnwache zum Hiroshima-Tag am 06. August 2015

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Bürgermeister Carsten Sieling
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Die Jahrestage der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki sind in der Freien Hansestadt Bremen nicht in Vergessenheit geraten. Bremen unterstützt seit 1984 das Bündnis „Bürgermeister für den Frieden“ (Mayors for peace), das sich für die weltweite Abschaffung aller Atomwaffen einsetzt.

Mit unseren Möglichkeiten setzen wir uns für eine gerechte und friedliche Welt ein. Zu diesem Einsatz gehört es, mit Veranstaltungen an Krieg, Gewaltherrschaft und Unterdrückung zu erinnern.

Ein weiterer Beitrag ist es, eine lebendige Erinnerungskultur zu fördern und weiterzuentwickeln. Eine Erinnerungskultur, in der wir hier in Bremen zum Beispiel im „Denkort Bunker Valentin“ die Erinnerung an Ursachen und Folgen von Krieg und an die Verbrechen des NS-Regimes wachhalten. All das verbunden mit dem Ziel, sich für eine friedliche Welt einzusetzen – für eine solidarische Welt, in der wir bei all unseren täglichen Handlungen die Auswirkungen auf soziale Gerechtigkeit, Frieden und Umwelt gleich mit bedenken.

Der Senat unterstützt daher auch, wo und wann immer dies möglich ist, die zahlreichen Initiativen der Bremer Zivilgesellschaft für eine friedliche Welt.

Bürgermeister Carsten Sieling,
Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen

Dietmar Bartsch, MdB: 8. Mai – Gedenken und solidarisch handeln

7. Mai 2015 at 11:37

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04.05.2015
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US-Soldat William Robertson und Rotarmist Alexander Sylvashko umarmen sich am 27. April 1945 in Torgau. Foto: William E. Poulson.

Von Dietmar Bartsch, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

index_Dietmar_BartschIn dieser Woche werden Alexander Gelman und Manolis Glezos  unsere Bundestagsfraktion besuchen. Der 1933 geborene russische Schriftsteller Alexander Gelman wurde im Zweiten Weltkrieg mit seiner Familie in ein Ghetto deportiert. Über seine Kindheit schrieb er: „Vor dem Krieg bin ich dem Tod nur einmal begegnet. Ich hatte einmal einen toten Menschen gesehen. Später habe ich in einem Winter Dutzende, Hunderte von Toten gesehen, darunter meine Mutter, meinen Bruder, meine Großmutter, meine Tante, ihren Mann und ihren Sohn, meinen Onkel und seine Frau und ihren Sohn … Der Tod gehörte nicht nur zu meiner Kindheit, er bestimmte meine Kindheit.“ Gelman und sein Vater überlebten Ende 1944 einen Todesmarsch.

Der heute 92jährige Manolis Glezos riss im Mai 1941 die von den deutschen Besatzern auf der Akropolis gehisste Hakenkreuzfahne herunter und setzte damit ein Zeichen, das viele Griechinnen und Griechen zum Widerstand ermunterte. Er wurde verhaftet, verurteilt und gefoltert. Später, in den Jahren 1967 bis 1974, kämpfte er gegen die Diktatur der Obristen. Als politisch Verfolgter verbrachte er über elf Jahre seines Lebens im Gefängnis und viereinhalb