Arme Kinder werden systematisch in Deutschland benachteiligt

7. Februar 2016 at 23:53
Copyright vom 06. Februar 2016 – Rosemarie Hein, linksfraktion.de
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Arme Kinder werden systematisch benachteiligt

Serie: Ungleichheit in Deutschland, Teil 5

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Foto: ddp images/Henning Kaiser
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Von Rosemarie Hein, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
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Anfang dieses Jahres legten die Hans-Böckler-Stiftung und auch das Deutsche Kinderhilfswerk Studien zur Kinderarmut in Deutschland vor. Danach lebten 2014 etwa 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche in Armut. Das Kinderhilfswerk geht für dieses Jahr von einer Zahl von bis zu 3 Millionen Kindern und Jugendlichen aus. Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben in der Regel auch geringere Bildungschancen. Kinder mit einem ausländisch klingenden Namen haben ebenso geringere Chancen, das Gymnasium zu besuchen wie Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Das gilt selbst dann, wenn sie die gleiche Leistungsfähigkeit aufweisen wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler.

Trotz vollmundiger Versprechen gibt es die Chance auf einen gleichen Bildungszugang in Deutschland nicht. Auf der anderen Seite – so eine Bertelsmann-Studie vom Anfang dieses Jahres – geben Eltern jährlich 900 Millionen Euro für Nachhilfe aus. Das betrifft nicht nur die einkommensstarken Elternhäuser. Am häufigsten – fast 20 Prozent – nutzen Schülerinnen und Schüler am Gymnasium die Nachhilfe, um die Leistungen zu verbessern. Fast 47.000 Schülerinnen und Schüler verlassen jedes Jahr die Schule ohne einen Schulabschluss. Das sind deutschlandweit 5,5 (mehr …)