Katja Kipping: Wir sitzen im kapitalistischen Boot

4. April 2016 at 11:13

Copyright aus taz / Kultur / Buch / Michael Bartsch / 29. März 2016

Katja Kippings neues Buch

Wir sitzen im kapitalistischen Boot

Freihandel und Wirtschaftsimperialismus: Linkenchefin Katja Kipping geht in „Wer flüchtet schon freiwillig“ globalen Fluchtursachen auf den Grund.

Katja Kipping hält ihr neues Buch hoch

Das Buch: Gelegenheit, Forderungen nach Sozialgarantie, Gerechtigkeit oder Bildung für alle zu wiederholen  Foto: dpa

Das Foto einer Flüchtlingsgruppe ist nur im Hintergrund der Titelseite von Katja Kippings Buch „Wer flüchtet schon freiwillig“ zu entdecken. Es dominiert das Foto einer 38-jährigen jungen Frau, die eher sorgenvoll und ein bisschen visionär in eine ungewisse Ferne blickt. Das faktenreiche und mit Leidenschaft geschriebene Buch der Linken-Bundesvorsitzenden ist aber alles andere als ein narzisstisches Werk. Hier schreibt eine, die dem globalen Migrationsphänomen auf den Grund gehen will.

Marxistisches Hinterkopfwissen erscheint dabei als Voraussetzung für eine analytische Einordnung der furchtverbreitenden Flüchtlingsströme. Wie es der Untertitel, „Warum sich unsere Gesellschaft neu erfinden muss“, andeutet, werden über 202 Seiten wiederkehrend Verwerfungen des sich radikalisierenden kapitalistischen Systems als Generalursache benannt.

Die jetzt buchstäblich an unsere Haustüren klopfenden Flüchtlinge führen uns die „Ungerechtigkeit unserer Weltwirtschaftsordnung“ drastisch vor Augen. Es wird nicht mehr funktionieren, sich in ebenfalls nur noch scheinbar intakte Wohlstandsgettos einzuzäunen und die Weltkonflikte zu ignorieren. „Das Verdrängte wird sichtbar“, lautet eine Kapitelüberschrift.

Wenn Millionen Migranten

Keine Alternative für Deutschland – Was die AfD verspricht, wie sie hetzt, und warum sie keine Partei der Kleinen Leute ist.

30. Januar 2016 at 01:02

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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Alternative für Deutschland (AfD) gewinnt in den Umfragen hinzu. Nach ihren ersten Erfolgen bei der Bundestags- und Europawahl und ihrem Einzug in fünf Landtage hintereinander schien sie sich selbst zu zerfleischen. Seit der Ausstoßung ihrer Mitgründer Bernd Lucke und Hans-Olaf Henkel kann sie sich nicht mehr als eine Partei der Volkswirtschaftsprofessoren aufführen, die alle anderen immerzu darüber belehrten, was alles falsch laufen würde und wogegen sie sind. Aber schon bei der Bundestagswahl zeigte sich, dass die AfD ihre Stimmen weniger der eurokritischen Position verdankte, als vielmehr ihrer Ablehnung von Zuwanderung, die sie mit dem Grundrecht auf Asyl in einen Topf wirft.

Wie bei jeder rechtspopulistischen Partei ist das gedruckte Wort das Eine, kalkulierte Provokationen und Tabubrüche in Talkshows und Interviews zusammen mit grausigen Aufmärschen das andere. Und die Positionen der AfD sind überall so klar wie in der Flüchtlingspolitik: Einerseits ruft sie allerorten den Notstand aus und sieht Deutschland untergehen, andererseits hält Alexander Gauland die Flüchtlingskrise für ein Geschenk für die AfD, das ihre Wahlergebnisse steigern wird. Politik nicht für, sondern auf Kosten der Leute ist ihr Programm, Politik von ganz rechts.

Teilhabe & Demokratie

Die AfD stellt sich als Partei der Kleinen Leute vor, sie ist gegen die

Reichtum ist riskant für die Armen: Ein Drittel aller gering Qualifizierten gilt als besonders gefährdet

28. August 2015 at 07:19

Macht Krankheit arm oder Armut krank?

Copyright aus neues-deutschland.de / 28. August 2015 / Inland / Seite 1
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Reichtum ist riskant

… für die Armen: Ein Drittel aller gering Qualifizierten gilt als besonders gefährdet

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Arme müssen ärmer werden, damit Reiche reicher werden können: Damen aus gutem Hause beim Pferderennen in Baden-Baden
Foto: Ostkreuz/Ute Mahler
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11755062_845101265578007_1134450511412005310_nBerlin. Ja, wo laufen sie denn? Während sich Deutschlands Oberschicht in den letzten Jahren über enorme Vermögenszuwächse freuen konnte, schrumpft die Mittelschicht. Einer aktuellen Studie der Uni Duisburg-Essen zufolge ging der Anteil jener Bundesbürger, die ein mittleres Einkommen erzielen, seit 1992 um rund acht Prozent zurück. Somit polarisiert sich die Bundesrepublik immer mehr und weist mittlerweile die höchste Ungleichverteilung von Vermögen innerhalb der Eurozone auf. Da ist einerseits jene Klasse, die durch die oben abgebildeten Damen repräsentiert wird. Auf der anderen Seite sind jene Menschen, die laut einer neuen Erhebung des Statistischen Bundesamts »immer häufiger von Armut bedroht« sind. Demnach galt 2014 fast jeder dritte Geringqualifizierte über 25 Jahren als armutsgefährdet. Das Risiko ist damit binnen zehn Jahren deutlich gestiegen. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens erzielt. 2014 lag diese Schwelle für Einpersonenhaushalte bei einem monatlichen Einkommen von weniger als 917 Euro.

Macht Krankheit arm oder Armut krank?

Über

Schulgesetznovelle: Auf halben Wege stecken geblieben

14. Mai 2015 at 20:29

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Stellungnahme der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung der Partei DIE LINKE. Niedersachsen, ihrer Außerparlamentarischen Fraktion (APF) und des Landesvorstands zur Novelle des Schulgesetzes:

Bildung trägt dazu bei,  dass Menschen ihr Leben selbstbewusst, selbstbestimmt und selbständig  gestalten und gesellschaftliche Zustände kritisch bewerten und verändern  können. Ein Schulsystem hat dieses für alle zu ermöglichen und darf hierfür niemanden ausgrenzen. Ebenso wenig darf der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft abhängen. DIE LINKE. Niedersachsen sieht in der aktuellen Schulgesetzänderung, die im Mai-Plenum 2015 des Landtages verabschiedet werden soll, zwar richtige Ansätze, aber auch Unzulänglichkeiten, die deutlich machen, dass hier SPD und Grüne auf dem halben Weg stecken bleiben.

11205500_379238315617364_1236489679615157224_nAn der Landesvorstandssitzung am 10. Mai 2015 in Hannover, nahmen von links: Monika Zimmermann, Astrid Ammermann sowie das Vorstandsmitglied Thomas Bartsch aus der Wesermarsch teil.

Die Wiedereinführung des  Abiturs nach 13 Jahren an allen Schulen ist eine richtige Entscheidung. Sie entspricht dem, was DIE LINKE. in ihrem Landeswahlprogramm gefordert hatte. Nach dem G8-Modell musste das gleiche Pensum an Unterrichtstoff in verkürzter Zeit bewältigt werden. Dies erschwert nicht nur eine tatsächliche Aneignung des  Wissens, sondern erhöht auch im besonderen Maße den Druck auf Schülerinnen und Schüler und erzeugt Stress.

Mit dem neuen Schulgesetz wird für die Schulträger die Möglichkeit eröffnet Gesamtschulen auch ersetzend für