Wer übernimmt Kosten für Atomausstieg? Die Angst vor dem Totalausfall

24. Februar 2016 at 07:32

Das Abschalten von Atomkraftwerken ist teuer: Sie müssen aufwendig abgerissen und der strahlende Müll endgelagert werden. Doch wer zahlt dafür? Darüber diskutiert der Bund gerade mit den Energieriesen. Ein Worst-Case-Szenario spielt den Konzernen dabei in die Hände.

Von Angela Ulrich, ARD-Hauptstadtstudio Berlin – Stand: 23.02.2016 15:41 Uhr

Die Gefahr ist da, das weiß auch die Atomkommission. „Das Ziel heute muss die Vermeidung des Totalausfalls durch eine bessere Absicherung der Risiken sein“, heißt es da im Entwurf des Abschlussberichts, der dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Im Klartext: Es hilft niemandem, wenn Energieversorger pleitegehen – dann können sie die Kosten für den Abriss der Atommeiler und für die Entsorgung des strahlenden Mülls erst recht nicht zahlen.

Und den Großen Vier, RWE, Eon, EnBW und Vattenfall, geht es nicht gut. Aber das darf nicht dazu führen, dass sich die Firmen aus der Verantwortung stehlen, sagt der grüne Energieexperte Oliver Krischer. „Die Konzerne machen sich im Moment schlechter als sie sind, insbesondere RWE“, sagt er. Die Unternehmen wollten Druck auf die Verhandlungen ausüben und führten auch Konzernumbauten ins Feld. „Das ist immer die Gelegenheit zu sagen: Jetzt darf nicht zu viel Belastung gemacht werden“, analysiert Krischer.

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