Berlin: Erst ausgebeutet und dann fallen gelassen

24. April 2015 at 13:38

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Copyright aus neues-deutschland.de / 24.04.2015 / Berlin/Brandenburg / Seite 10

Erst ausgebeutet und dann fallen gelassen

Ovidiu Mandrila ist einer der rumänischen »Mall-of-Berlin«-Arbeiter, der immer noch auf seinen Lohn wartet

Von Istvan Deak
Die Situation von Ovidiu Mandrila ist kein Einzelfall, sondern ein symptomatisches Beispiel für die Ausbeutung der osteuropäischer Arbeiter in Deutschland.
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Mall of Berlin

Mittlerweile erörter das Arbeitsgericht ausstehende Löhne von „Mall of Berlin“.
Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka
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Für Samstag ist erneut eine Demonstration geplant. Ab 12 Uhr protestieren die rumänischen Arbeiter am Leipziger Platz. Die Männer waren am Bau der »Mall of Berlin« beteiligt, aber haben noch kein Gehalt ausgezahlt bekommen. »Sechs Monate später noch immer kein Lohn! Wir rufen deshalb alle dazu auf, die Forderung der Arbeiter solidarisch zu unterstützen und den Protest gegen Ausbeutung migrantischer Arbeiter gemeinsam und entschieden auf die Straße zu tragen«, fordert die Basisgewerkschaft »Freie ArbeiterInnen Union Berlin« (FAU), die die Rumänen seit längerem unterstützt.

»Ich bin 33 Jahre alt, komme aus Rumänien, aus dem Kreis Bacau. Ich stamme aus einer armen Familie, bin noch unverheiratet, aber möchte bald Frau und Kinder haben«, sagt Ovidiu Mandrila. Er arbeitet seit vier Jahren in Deutschland. Bis jetzt gab es keine Probleme. Berlin sei schön, die Menschen nett. »Schade, dass wir für Schlagzeilen sorgen mussten«, sagt Mandrila. (mehr …)

Millionen Deutsche nehmen Aufputschmittel am Arbeitsplatz

18. März 2015 at 07:27

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SPIEGEL ONLINE

17. März 2015, 12:30 Uhr

Medikamentenmissbrauch

Millionen Deutsche nehmen Aufputschmittel am Arbeitsplatz

Sie schlucken Stimmungsaufheller und leistungssteigernde Medikamente: Wie ein Report der DAK-Gesundheit zeigt, betreiben Millionen deutscher Arbeitnehmer Hirndoping – ohne Rücksicht auf die teilweise erheblichen Gesundheitsrisiken.

Berlin – Wenn der Druck groß ist und die Anforderungen schier nicht zu bewältigen erscheinen, greifen Arbeitnehmer immer häufiger zu Hilfsmitteln – in der Hoffnung, ihre Sorgen loszuwerden: Knapp drei Millionen Menschen in Deutschland schlucken verschreibungspflichtige Pillen, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein und Stress sowie Ängste abzubauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde.

Das Problem: Binnen sechs Jahren stieg der Anteil der Beschäftigten, die „Hirndoping“ betreiben, von 4,7 auf 6,7 Prozent. Die Dunkelziffer sei noch viel höher, schreiben die Autoren der DAK-Studie.

Auslöser für den Griff zur Pille sind meist hoher Leistungsdruck sowie Stress und Überlastung. Vier von zehn Dopern gaben an, bei konkreten Anlässen wie Präsentationen oder wichtigen Verhandlungen Medikamente zu schlucken.

Männer versuchen laut Studie damit vor allem, noch leistungsfähiger beim Erreichen ihrer beruflichen Ziele zu werden. Zudem wollen sie auch nach der Arbeit noch Energie für Freizeit und Privates haben. Frauen nehmen hingegen solche Medikamente am ehesten, damit ihnen die Arbeit leichter von der Hand geht und (mehr …)