HELIOS Klinik Wesermarsch-Betriebsrat fühlt sich ausgegrenzt

16. August 2014 at 11:45

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Copyright aus Nordwest-Zeitung vom 16. August 2014
Wesermarsch-Klinik

Betriebsrat fühlt sich ausgegrenzt

Vorsitzender Wilfried Scherer fordert „rechtzeitige und umfassende Informationen“

Die Spekulationen über vertrauliche Absprachen zwischen den Klinik-Trägern schüren die Verunsicherung. Der Betriebsrat will stärker eingebunden werden.

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NORDENHAM_1_340b3908-efc4-4927-9026-80b8f6c35cf0-003--600x217Der Klinik-Betriebsrat: Matthias Hoppe, Wilfried Scherer, Hans-Joachim Droßel, Reinhard Koopmann, Ralf Feierabend, Rolf Kloppenburg, Matthias Kloy, Heike Trüper, Frank Immoor (von links)

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Bild: Milde

Nordenham Bei den Überlegungen zur Neugestaltung der Krankenhauslandschaft sieht der Betriebsrat der Wesermarsch-Klinik die Interessen der Mitarbeiter nicht ausreichend berücksichtigt. Die am Mittwoch verbreitete Nachricht, dass hinter verschlossenen Türen bereits eine Entscheidung gegen den Standort Nordenham gefallen sein soll, hat im Betriebsrat für erhebliche Verstimmung gesorgt. Das machte der Vorsitzende des Gremiums, Wilfried Scherer, auf Nachfrage der NWZ  deutlich.

DIE LINKE KV Wesermarsch - Kreisvorstand 02-04-2013 - Berne 064_resizedEr ist verärgert, weil die Vertreter der Klinik-Belegschaft „in keiner Weise in die Gespräche und Entwicklungen einbezogen werden“. Stattdessen habe der Betriebsrat über Umwege und anonyme Quellen erfahren müssen, dass hinter den Kulissen schon wichtige Absprachen zwischen den Krankenhausträgern getroffen worden sein sollen. Die Dementis aus den Geschäftsführungen des Helios-Konzerns, der die Wesermarsch-Klinik in Nordenham betreibt, und der Hospitalgesellschaft Jade-Weser als Trägerin des Braker St.-Bernhard-Krankenhaus haben die Wogen kaum glätten können.

Ausschuss soll tagen

Das Gefühl, übergangen worden zu sein, hat die Betriebsratsmitglieder jetzt veranlasst, die Initiative zu ergreifen und die Einberufung einer Wirtschaftsausschusssitzung zu fordern. Bei dem Wirtschaftsausschuss handelt es sich um ein Gremium der Wesermarsch-Klinik, dem sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmervertreter angehören. Die Geschäftsführung ist gesetzlich verpflichtet, den Ausschuss über wichtige Vorhaben zur Neuordnung der Betriebsstruktur zu unterrichten. Auf diese Weise will der Betriebsrat Klarheit darüber bekommen, was an den aktuellen Gerüchten dran ist und wie der tatsächliche Stand der Dinge bei den Verhandlungen zwischen Helios und der Hospital-Gesellschaft aussieht.

Wie berichtet, hat der Nordenhamer CDU-Kreistagsabgeordnete Ernst Tannen unter Berufung auf verlässliche Informanten vermeldet, dass der Helios-Konzern seine Anteile an der Wesermarsch-Klinik der Hospitalgesellschaft übertragen wolle. Nach dem Rückzug von Helios würden demnach die beiden Kliniken in Brake zusammengelegt und der halbfertige Krankenhaus-Neubau in Esenshamm abgerissen. Helios und die Hospital-Gesellschaft haben diese Darstellung allerdings als unwahr zurückgewiesen.

„Unerträgliche Situation“

„Oft ist an Gerüchten ja doch etwas dran“, sagt Betriebsratsvorsitzender Wilfried Scherer. Er fordert, dass die Arbeitnehmervertretung „endlich in die Überlegungen einbezogen wird“. Eine rasche Entscheidung müsse her, um die „unerträgliche Situation der Ungewissheit für unsere Kolleginnen und Kollegen zu beenden“.

Bisher seien in den Diskussionen die Interessen der rund 300 betroffenen Mitarbeiter in Nordenham zu kurz gekommen. So dürfe es nicht weitergehen, zumal Familienexistenzen, Frauenarbeitsplätze und die tarifliche Absicherung auf dem Spiel stünden. „Wir wollen rechtzeitig und umfassend informiert werden“, betont Wilfried Scherer.