Europawahl 2014: Wagenknecht & Gysi im Gespräch mit dem Nordwestradio

13. März 2014 at 13:04

.

17. Februar 2014

.

Europawahl 2014

Gysi will sozialeres Europa

EU soll sozialer und demokratischer werden

Ein Satz im Parteiprogramm sorgte vor dem Europa-Parteitag der Linken für Aufsehen: „Die EU ist eine neoliberale, militaristische und weitgehend undemokratische Macht“. Nun wurde er umformuliert und besagt, dass die EU für viele Menschen von einer Hoffnung zu einer Bedrohung geworden sei. „Wir müssen dafür kämpfen, dass die Europäische Union sozialer und demokratischer wird“, sagte Gregor Gysi im Nordwestradio.

„Es gibt immer Leute, die zugespitzt formulieren und denken, dadurch errreicht man eine besondere Wirkung“, sagt der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi. Er finde es auch falsch, dass in der EU immer wieder Militärbeschlüsse gefällt würden, aber die EU habe nicht einmal eine Armee, so dass der Begriff militaristisch nicht passend gewählt sei.

Gregor_Gysi_01_images

„Jetzt muss Leidenschaft entstehen“, [4:48]

Radio Bremen / Nordwestradio im Gespräch mit Gregor Gysi zum Europa-Parteitag der Linken

 

Undemokratischer Club von Lobbyisten?

„Europa ist nicht demokratisch“, meint Sahra WagenknechtWagenknecht_o3_images

„Die Kritik ist aber in der Sache richtig“, sagte die stellvertretende Parteivorsitzende Sahra Wagenknecht im Nordwestradio. „Europa ist eben nicht demokratisch, sondern wir sehen ja, wie die EU-Kommission im Grunde ein Lobbyisten-Club von Großunternehmen und Banken ist und auch in deren Interesse agiert“, so Wagenknecht. „Es gibt tatsächlich in der EU einen Abbau von Demokratie“, stimmt Gregor Gysi zu, aber der Satz sei trotzdem unglücklich.

Sarah_Wagenknecht_01_images„Undemokratischer Lobbyisten-Club“, [5:14]

Radio Bremen / Nordwestradio im Gespräch mit Sahra Wagenknecht, MdB, zum Europa-Parteitag der Linken

.

„Ich muss integrieren“

Neben dem Streit um die Formulierung der Präambel des Parteiprogramms, gab es auch Ärger um die Besetzung der Listenplätze. Die westdeutschen Linken warnten vor einerGregor_Gysi_02_images Dominanz ostdeutscher Kandidaten.

„Ich glaube, wenn wir die Einheit wollen, können wir so nicht mehr herangehen“, sagt Gysi. Wahrscheinlich sei es die Sorge um die Herstellung einer Ausgewogenheit zwischen den unterschiedlichen Strömungen gewesen. „Ich muss schon integrieren, das ist meine Aufgabe“, sagt der Fraktionsvorsitzende über seine Rolle in der Partei. Im Vergleich zu früher sei die Atmosphäre aber auch viel sachlicher gewesen. „Ich bin recht zufrieden mit meiner Partei und meiner Fraktion“.