Der »übergriffige Fremde« – ein Mythos / Berliner Amadeu Antonio Stiftung gibt Broschüre gegen Vorurteile heraus.

28. Januar 2016 at 13:02
Copyright aus neues-deutschland.de vom 27. Januar 2016

Der »übergriffige Fremde« – ein Mythos / Berliner Amadeu Antonio Stiftung gibt Broschüre gegen Vorurteile heraus.

Die Berliner Amadeu Antonio Stiftung hat eine Broschüre zum Mythos des »übergriffigen Fremden« vorgestellt. Darin wird aufgezeigt, wie sexualisierte Gewalt instrumentalisiert wird, um Vorurteile und Hass zu verbreiten.

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Foto: dpa/Felix Kästle
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Berlin. Die Berliner Amadeu Antonio Stiftung hat am Mittwoch eine neue Handreichung zum Mythos vom »übergriffigen Fremden« vorgestellt. In dem zwölfseitigen Heft gehe es darum, wie sexualisierte Gewalt und die davon Betroffenen instrumentalisiert werden, um Vorurteile und Hass gegen Geflüchtete und Migranten zu verbreiten, teilte die Stiftung in Berlin mit. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesfamilienministerium.

Die Handreichung biete Fakten über sexualisierte Gewalt und sexuellen Kindesmissbrauch sowie zu Verbreitung, Täterschaft und Situation der Betroffenen. Zudem gingen die Autoren der Frage nach, warum das Bild vom »übergriffigen Fremden« so häufig und leicht geglaubt und weiterverbreitet werde. Diese Vorwürfe seien in der Geschichte bereits vielfach taktisch eingesetzt worden, so im Mittelalter gegen Juden sowie gegen Sinti und Roma, zur Zeit des Kolonialismus gegen schwarze Menschen und heute gegen Flüchtlinge. Anhand von Fallgeschichten würden die Autoren Empfehlungen geben, wie sinnvoll und wirksam auf Gerüchte über sexualisierte Gewalt reagiert werden kann.

»Die perfide Argumentation und die Stereotypisierung des ‚Fremden‘ als Täter sexueller Gewalt gegen Frauen und Kinder muss als solche entlarvt werden«, schreibt der Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, in einem Vorwort. Es sei eine der großen Herausforderungen, die berechtigte Empörung über sexuelle Gewalt nicht in Forderungen nach extremistischen Lösungen umschlagen zu lassen.

Pegida

Foto: dpa/Arno Burgi
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»In vielen Fällen lässt sich zeigen, dass Mutmaßungen als Fakten präsentiert werden, mit denen letztlich rassistisch gegen Geflüchtete und Migrant_innen gehetzt wird«, so Dr. Heike Radvan von der Fachstelle für Gender und Rechtsextremismus. Die Handreichung soll einen Beitrag leisten, die Debatte zu versachlichen und aufzuzeigen, wo ein rassistischer Diskurs zugrunde liegt. epd/nd

Die Broschüre ist auch hier[1] online nachzulesen.

Links:

  1. http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/gender_und_rechtsextremismus.pdf

Quelle: http://www.neues-deutschland.de/artikel/999608.der-uebergriffige-fremde-ein-mythos.html

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