Der soziale Krieg – Mit der globalen Krise des Systems wächst die Armut. Auch in Deutschland. Alles Einbildung, suggeriert der politische Propagandaapparat.

28. April 2016 at 07:02

von Susan Bonath

Susan_BonathGerät das »ewige Wirtschaftswachstum« an seine natürlichen Grenzen, ringen die »Global Player« mit allen Mitteln um Märkte und Profite. Die Herrschenden rüsten auf, in jeglicher Hinsicht. Krieg und Zerstörung gehen einher mit massivem Sozialabbau und wachsender Verelendung immer größerer Schichten. Das erleben wir derzeit weltweit, auch in Deutschland. Doch Bundesregierung und Medien werden nicht müde, der Bevölkerung immer wieder dieselben neoliberalen Märchen a la »Leistung lohnt sich« vorzubeten. Die drei Affen (nichts hören, nichts sehen, nichts wissen) sind allgegenwärtig.

Immer offensichtlicher wird das Elend in deutschen Großstädten. Wer durch Berlin geht, wird zwangsläufig jeder Der_soziale_KriegMenge Obdachloser und Bettler begegnen. Unter Brücken und auf Brachen wachsen ganze Slums aus dem Boden. Früh am Morgen kann man geschützte Nischen an einer Hand abzählen, die nicht belegt sind. Manche liegen einfach in ihren Schlafsäcken, daneben Reisetaschen, Trinkkartons, Wägelchen, Plastiktüten. Andere verstecken sich notdürftigen Unterschlüpfen.

Leben im Müllsack

»Mein Leben liegt dort«, sagt der 64jährige Achim gegenüber KenFM. Er deutet auf einen blauen Müllsack und einen brauen Gitarrenkoffer. Sein aus Rumänien stammender Freund Radú, der neben ihm am Bahnhof Berlin Friedrichstraße hockt, nickt. Er befreit umständlich das Instrument und reicht es Achim. Mit flinken Fingern und offensichtlich guten Ohren stimmt dieser die Saiten, spielt dann virtuos und unverkennbar Rio Reisers »Zauberland« an, um sich dann selbst abrupt zu unterbrechen. »Singen tu´ ich nicht«, schüttelt er den Kopf und lacht. Achim hat sein linkes Bein auf dem Gehweg ausgestreckt. Statt eines Schuhs trägt er einen dicken, schmutzigen Verband. »Den hat man mir im Bundeswehrkrankenhaus verpasst«, erklärt er. »Offene Wunden und so…« Denn früher, berichtet er weiter, habe er zehn Jahre gedient. »Da erwarte ich von denen wenigstens das.« Sein rumänischer Freund helfe ihm. Beim Laufen, beim Flaschensammeln, beim Zelt aufbauen. Zuletzt seien sie Stammgäste am Spreeufer nahe des Reichstags gewesen. »Jetzt ha´m die uns da vertrieben.« Radú bekräftigt: »Verjagt!«

Ministerium stört sich am Anblick des Elends

Wie unter anderem die taz berichtete [1], ließ das Ordnungsamt Berlin Mitte das Obdachlosencamp mitten im Prunkviertel am vergangenen Donnerstag räumen. Bezirksstadtrat Carsten Spallek (CDU) begründete gegenüber dem Blatt, es habe Beschwerden gegeben, unter anderem aus den umliegenden Büros. Der Großteil dieser Büros gehört dem Bundesbildungsministerium. Dort hat man sich am Anblick des Elends offenbar gestört. Laut Achim kampierten an »seinem Platz« teils mehrere Dutzend Menschen: Einheimische und EU-Migranten. Letztere haben in Deutschland keinen Anspruch auf Sozialleistungen.

.

Weiterlesen unter:  https://kenfm.de/der-soziale-krieg/

.

.

.