Aus dem Arbeitersport Fußball wurde bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ein Festival der Reichen.

13. Juli 2014 at 13:52

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Der sensationelle 7:1 Sieg der deutschen Mannschaft über das brasilianische Team, hat schon Erkenntnisse offenbart, dass sich die vielen gesellschaftlichen Probleme in Brasilien, nicht auf ein von Emotionen sowie Leidenschaft getriebenen Fußballteam gelindert werden können. Im Gegenteil, das Team von Brasilien befand sich in einer Situation – vergleichbar wie Prüfungsangst. Dabei können Fehler passieren, die eigentlich unerklärbar sind.

images_Brasilien_01Die Erfahrungen zeigen, dass die Menschen eines Landes nicht von der Austragung von Großevents wie der Fußballweltmeisterschaft oder der Olympiade profitieren.

Das sieht man schon mit einem Blick in die Arena: Dort sitzen Menschen, die sich die Tickets leisten können, vor allem Weiße, vor allem Mittel- und Oberschicht. Das sind keine Spiele für die Angehörigen der 700.000 Familien, die in Brasilien in bitterster Armut leben.

Statt Gelder für Bildung, Gesundheit und Soziales bereitzustellen, wurden für die WM fast 10 Mrd. € vergeudet.“

„Schon vor der WM protestierten images_Brasilien_02Hunderttausende gegen die soziale Katastrophe, die mit der WM übertüncht werden soll. Straßenkinder waren brutaler Polizeigewalt ausgesetzt, einige sollen sogar ermordet worden sein, um die Armut aus dem Stadtbild zu wischen.  200.000 Menschen wurden für den Bau der Stadien vertrieben, Indigene Dörfer mussten Parkplätzen weichen. Auch die deutsche Mannschaft trainiert auf einem Platz, für den hektarweise Bäume in einem Naturschutzgebiet gerodet wurden.

Ich erwarte, dass auch deutsche Fußballer zeigen, dass sie ein politisches Bewusstsein haben und nicht blind für die Verbrechen sind, die um sie herum geschehen.

Wie das geht hat die algerische Mannschaft nach ihrer Niederlage gegen die deutsche Elf gezeigt, als sie 9 Mio. Preisgeld an die notleidende Bevölkerung Gazas spendete, während aus dem deutschen Mannschaftslager nicht ein  Sterbenswörtchen nach draußen drang.“ 

„Es gibt keinen Grund, diese Megaevents schönzureden. Die FIFA wird vor Ort als Besatzungsregime wahrgenommen, sämtliche bürgerliche und demokratische Rechte werden in Frage gestellt. Und am Horizont droht schon die Olympiade 2016 – noch ein Anlass, Arme zu vertreiben und Steuergelder für das Vergnügen der Wohlhabenden zum Fenster hinaus zu werfen.“